Leben als PolitikerIn

Am 25.02.2021 konnte die gesamte 5B-Klasse im Rahmen eines Projekts im Unterrichtsfach GP Ämter von heutigen PolitikerInnen übernehmen und hautnah in einem Rollenspiel die in einer demokratischen Union zu treffenden Entscheidungen ausarbeiten, welche in Folge zur Abstimmung gebracht wurden. Zu Beginn des fünfstündigen Workshops wurden in im Vorhinein bestimmten Gruppen intern entschieden, in welcher Funktion der/die Schüler/in am Spielgeschehen teilhatte. Die bedeutendsten vertretenen Positionen waren Bundeskanzler/Außenminister, Finanzminister, Umweltminister, Kulturminister, Arbeitsminister.
Nach der Spieleinführung hatten die SchülerInnen die Möglichkeit, vorgegebene Länder nach eigenen Interessen zu gestalten. Dabei wurden jedem Land bestimmte Charakteristika zugeordnet, die großen Einfluss auf das Teamprojekt nahmen. Jede/r Schüler/in konnte dadurch seine/ihre Kreativität ausleben und Gedankenströmen, die in der realen Welt keinen Platz finden, freien Lauf lassen. Diese Freiheiten führten zur Entstehung der vier komplett konträren, fiktiv erfundenen Staaten „Schokonia“, „Finisterra“, „Agricula“ und „Kaukasien“, die durch verschiedenste Entwicklungsstufen sowie unterschiedlichste kulturelle Schätze gekennzeichnet waren. Die ungleiche Verteilung der Rohstoffe bewirkte eine permanente Abhängigkeit der Staaten untereinander, wodurch das Pflegen von Handelsbeziehungen essenziell für eine starke Gemeinschaft war. 

Der Bundeskanzler/die Bundeskanzlerin jedes demokratischen Landes wurde in den EU-Ratssitz entsendet, um dort die Interessen seiner/ihrer BürgerInnen vertreten zu können. Die Spielleiter Jacob Kramer und Abelina Holzer hatten im Vorhinein sogenannte „Ereigniskarten“ angefertigt, auf denen Konfliktsituationen beschrieben wurden, die es nach intensiven Verhandlungen der einzelnen Minister zu lösen galt. Die zuständigen FinanzleiterInnen wurden mit der wichtigen Aufgabe betraut, die Höhe des EU-Budgets festzulegen. Auf dieser Grundlage basierend, musste in den darauffolgenden Beratungen ausführlich diskutiert werden, mit welchem Kapital welche Projekte finanziert werden. Damit eine Bestimmung in Kraft treten konnte, musste nach offiziellen Regeln ein Vertrag von allen Beteiligten unterschrieben werden. Das von allen BundeskanzlerInnen signierte EU-Abkommen bildetet die Arbeitsgrundlage für das Spiel, die Grundrechte der Menschen wie z.B. „Freiheit für alle“ waren darin von Grund auf bestimmt. Mit dem erfolgreichen Durchspielen von vier Ereigniskarten endete die eigentliche Spielphase, die in die Reflexionsphase mündete. Mit Prof. Mag. Raphael Grasser und OStR. Mag. Dr. Manfred Weissenbacher konnte die Klasse über gewonnene Eindrücke und die große Verantwortung der PolitikerInnen nachdenken.

Die SchülerInnen lernten, dass das Gleichgewicht zwischen Eigeninteresse und Gemeinwohl schwer zu finden ist. Während Egoismus und Beharrlichkeit Hindernisse bildeten, erwiesen sich Loyalität, Kooperation, Verständnis und Hilfsbereitschaft als Grundvoraussetzung für einen geordneten Spielablauf. Das richtige Zeitmanagement und der korrekte Umgang mit Stresssituationen während der Gruppenbesprechungen stellten Anfangsschwierigkeiten dar, die immer besser gewordene Kommunikation untereinander löste aber auch diese Problematiken, wodurch eine starke Identifikation mit der gespielten Rolle eingetreten ist.

Wir Schülerinnen und Schüler sind dankbar, einen so spannenden und informativen Vormittag als Ausgleich zum Schulalltag erleben haben zu dürfen.

Katharina Buchsteiner und Viktor Strobl, 5B

 

 

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